Karlsruhe (ots) –
Der Fachkräftemangel in Deutschland bekommt eine neue Dimension. Neben dem demografischen Wandel wirkt nun ein zweiter, deutlich dynamischerer Treiber: Künstliche Intelligenz.
Laut dem Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum (WEF) sehen 86 Prozent der Unternehmen KI- und Informationstechnologien als wichtigsten Transformationstreiber bis 2030. Die Investitionen in KI haben sich seit der Veröffentlichung von ChatGPT nahezu verachtfacht. Parallel dazu wächst die Nachfrage nach Kompetenzen im Bereich Generative AI rasant, sowohl in Unternehmen als auch bei individuell Lernenden. Die Folge: Der Engpass entsteht nicht mehr nur am Arbeitsmarkt, sondern zunehmend innerhalb der Unternehmen – in Form von Wissensdefiziten in der Anwendung der Technologie.
Laut einer jährlichen Befragung von Bitkom Research unter mehr als 600 deutschen Unternehmen erwarten 31 Prozent, dass KI helfen wird, den Fachkräftemangel zu lindern. Der Report des WEF sieht das größte Substitutionspotenzial insbesondere bei Tätigkeiten, bei denen Zusammenhänge zusammengefasst und (digital) verarbeitet werden – bei Berechnungen, Texterfassung und -bearbeitung oder auch für Übersetzungen. Tätigkeiten können zunehmen automatisiert werden. Damit verschiebt sich der Qualifikationsbedarf fundamental: Unternehmen benötigen weniger reine Wissensreproduktion und mehr adaptive, soziale und kreative Kompetenzen. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von KI-Qualifikationen wie effizientem Prompting oder rechtlichen Schulungen. Dennoch bieten laut Bitkom Research 43 Prozent der befragten Unternehmen keinerlei Schulungen zu KI an.
Genau hier setzt die Debatte um einen „Fachkräftemangel 2.0“ an: KI kann zwar bestimmte Aufgaben übernehmen und so Engpässe reduzieren. Gleichzeitig entstehen neue Kompetenzanforderungen schneller als traditionelle Weiterbildungsstrukturen reagieren können.
Weiterbildung wird damit zur strategischen Überlebensfrage. Es geht nicht mehr um punktuelle Schulungen, sondern um kontinuierliches Upskilling in einem dynamischen Kompetenzumfeld.
Lernen und transformieren mit KI
Vor diesem Hintergrund rücken technologische Lernlösungen und neue Organisationsmodelle enger zusammen. Die Fachmesse mit Kongress LEARNTEC vom 5. bis zum 7. Mai 2026 in Karlsruhe zeigt, wie digitale Bildung und insbesondere KI-gestützte Lernsysteme Kompetenzlücken erkennen, Qualifizierungen personalisieren und damit berufliche Weiterbildung effektiver und motivierender gestalten können. Die parallel stattfindende Convention für modernes Arbeitswelten New Work Evolution beleuchtet, wie sich Führung, Zusammenarbeit und Unternehmenskultur im Zuge dieser Transformation verändern. Bei der LEARNTEC mit dabei sind unter anderem Expertinnen und Experten wie Franz Strukelj, Leiter der Volkswagen Group Academy zu „Skill-based Organization: Wie KI und Plattformmodelle Lernen verändern“ und Dr. Pirita Pyykkönen-Klauck, CEO von ZDF Sparks, zu „Future by Design: Governing Fearless Labs for Sovereign AI Returns“. Podiumsdiskussion, unter anderem mit Andrea Bosch von der IHK Stuttgart, greift ganz konkret das Thema „Berufliche Bildung – Herausforderungen durch KI“ auf. Auf der New Work Evolution gibt die KI-Werkstatt praktische Impulse – und statiert „Culture eats AI for breakfast“ – sofern Unternehmen AI Readiness, also die Befähigung KI richtig zu nutzen, unterschätzen.
Fest steht: Wer KI nur als Effizienzwerkzeug versteht, greift zu kurz. Ihr eigentlicher Hebel liegt in der Neudefinition von Arbeit – und in der Fähigkeit von Organisationen, Lernen zum permanenten Bestandteil ihrer Wertschöpfung zu machen.
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