Berlin (ots) –
Mit der Kampagne #LandschafftZukunft! warnt die Land- und Forstwirtschaft vor den massiven Folgen der EU-Wiederherstellungsverordnung (W-VO) für die Ernährungssicherung und den Aufbau klimaresilienter Wälder in Deutschland. Sollte das in Brüssel auf den Weg gebrachte und europaweit umstrittene Regelwerk nicht grundlegend überarbeitet werden, drohen weitreichende Eingriffe und massive Folgen für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wald, Acker und Grünland. Die Konsequenz der Verordnung sind faktische Flächenstilllegungen, praxisferne Auflagen, ein weiterer Aufwuchs an Bürokratie und steigende Preise für Verbraucher. Der Verband AGDW – Die Waldeigentümer und die Familienbetriebe Land und Forst fordern die Bundesregierung mit Blick auf den Erhalt einer zukunftsfähigen Bewirtschaftung deshalb auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einzuhalten und sich entschieden für praxisnahe Lösungen einzusetzen.
AGDW-Präsident Prof. Dr. Andreas Bitter erklärt: „Die Wiederherstellungsverordnung geht von einem verfehlten Ansatz aus. Ohne den Klimawandel und die die dynamischen klimatischen Veränderungen der Standorte hinreichend zu berücksichtigen, wird ein Zurück zu historischen Lebensräumen verordnet, das Erfahrungswerte und forstwissenschaftliche Erkenntnisse ausblendet.“ In der Praxis werde dadurch nachhaltige Bewirtschaftung mit unkalkulierbaren ökonomischen und ökologischen Folgen eingeschränkt und der dringend notwendige Aufbau klimaresilienter Wälder gefährdet. „Mit unserer Kampagne #LandschafftZukunft! wollen wir deutlich machen, welch unverzichtbaren Beitrag der ländliche Raum für die Zukunft unseres Landes leistet. Damit das so bleiben kann, braucht es Gestaltungsspielraum und Vertrauen in die Praxis, kein verordnetes Land von gestern“, so Bitter.
Max von Elverfeldt, Bundesvorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst: „Während in Brüssel und Berlin über Bürokratieabbau gesprochen wird, entsteht ein neues, unkontrollierbares Bürokratiemonster. Die Wiederherstellungsverordnung entzieht der Land- und Forstwirtschaft nicht nur Flächen, sie gefährdet dadurch auch die sichere Versorgung mit Nahrungsmitteln sowie Rohstoffen und die damit verbundene geopolitische Unabhängigkeit. Die geplanten Eingriffe wirken sich nicht nur auf die Betriebe, sondern am Ende auch auf die Preise für die Verbraucher aus. Wir teilen den Grundsatz des Green Deal für Klima- und Artenschutz, aber die W-VO ist dafür der falsche Weg. Deshalb sagen wir: No Deal!“. Seine Forderung: „Die Bundesregierung hat versprochen, sich für praxisnahe Lösungen einzusetzen. Jetzt muss sie zeigen, ob sie Wort hält.“
Deutliche Kritik an der Wiederherstellungsverordnung kam zuletzt nicht nur auf europäischer Ebene auf. Elf Bundesländer monierten auf der Agrarministerkonferenz im Herbst 2025 unter anderem die „fehlende finanzielle Ausstattung, nicht leistbare Zeitvorgaben, die unnötige Verbesserung von Schutzgütern in bereits günstigem Zustand, Bürokratielasten“ und „kontraproduktive Folgen für Klimaanpassungsmaßnahmen im Wald“. Die Kampagne #LandschafftZukunft! klärt über die weitreichenden Folgen sowie Regulierungsbestrebungen im Zuge der W-VO auf und sendet die klare Botschaft, dass die Verordnung in der aktuell vorliegenden Form inakzeptabel ist und grundlegend überarbeitet werden muss.
Der Kampagnen-Claim #LandschafftZukunft! zeigt dafür anhand von Beispielen aus der Praxis und Video-Clips, was die Betriebe und die Menschen im ländlichen Raum tagtäglich durch ihre Expertise und ihr Engagement schaffen. Die Verbände sprechen sich dafür aus, Bewirtschaftung und den Schutz von Klima und Umwelt verantwortungsbewusst zu vereinen. Dafür braucht es Gestaltungsspielraum und Pragmatismus, keine weiteren Paragraphen und keine praxisferne, bürokratische Verordnung. In Anlehnung an den Green Deal als Ursprung der Wiederherstellungsverordnung und mit dem gesenkten Daumen als Kampagnen-Geste sagt die Land- und Forstwirtschaft: NO DEAL zur W-VO.
Fotomaterial, Grafiken und Videos zur Kampagne finden Sie zu Ihrer Verwendung unter folgendem Link: www.unser-green-deal.de/landschafftzukunft/
Über AGDW – Die Waldeigentümer
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW – Die Waldeigentümer) vertritt die Interessen des Privat- und Körperschaftswaldes gegenüber Parlamenten, Bundesministerien, Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit. Mit ihren 13 regionalen Mitgliedsverbänden steht die AGDW für mehr als zwei Drittel der Waldfläche Deutschlands und die rund 2 Millionen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Deutschland. Eine proaktive Waldbewirtschaftung ist für uns Grundlage nachhaltigen Handelns in Wirtschaft und Gesellschaft. Wir lassen uns leiten vom generationenübergreifenden Verantwortungsbewusstsein für eine in Freiheit und Vielfalt gestaltete Umwelt.
Über die Familienbetriebe Land und Forst
Als Dachorganisation von elf Landesverbänden vertreten wir erfolgreich die Interessen von land- und forstwirtschaftlichen Familienbetrieben auf nationaler und europäischer Ebene. Wir setzen uns für den Schutz des privaten Eigentums und die Stärkung der Wirtschaftskraft im ländlichen Raum ein. Als Sprachrohr für unsere Mitglieder befinden wir uns im ständigen Dialog mit allen relevanten Stakeholdern. Unser Engagement gilt der unternehmerischen Freiheit und einer verantwortungsvollen, generationengerechten Politik.
Pressekontakt:
Familienbetriebe Land und Forst: Franziska Strasoldo-Graffemberg, Leiterin Kommunikation, Tel.: 030 -246 30 46 11, Mail: [email protected] – Die Waldeigentümer: Alexander Knebel, Pressesprecher, Tel.: 030 311 66 76-25, Mail: [email protected] #LandschafftZukunft!: Philip Hülsmann, Tel.: +49 176 41799943, Mail: [email protected]
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Quelle: ots
