Italien setzt auf Innovation und Nachhaltigkeit in der maritimen Industrie

Berlin/Hamburg (SMM) (ots) –

22 Unternehmen präsentieren auf dem SMM-Gemeinschaftsstand der Italian Trade Agency zukunftsweisende Lösungen für den internationalen Schiffbau.

Auf dem Gemeinschaftsstand der italienischen Außenhandelsagentur Italian Trade Agency (ITA/ICE) auf der SMM (Shipbuilding, Machinery & Maritime Technology) zeigen 22 ausgewählte Aussteller vom 1. bis 4. September innovative Lösungen für die maritime Industrie – von nachhaltigen Antriebstechnologien bis hin zu Hightech-Komponenten für den Schiffbau.

Für Ferdinando Fiore, Direktor der Italian Trade Agency in Berlin, bietet die SMM die ideale Plattform, um die Innovationskraft der italienischen Schiffbau-, Meerestechnik- und Zulieferindustrie einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren und insbesondere die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Italiens wichtigstem Handelspartner Deutschland weiter zu stärken.

Das Spektrum der teilnehmenden Aussteller, die die gesamte Wertschöpfungskette abdecken, reicht vom etablierten Traditionsunternehmen bis hin zum Newcomer auf internationalem Parkett, vom kleineren Familienbetrieb bis hin zum aufstrebenden Mittelständler. Ihr Portfolio reicht von nachhaltigen Umwelt- und Energiesystemen über Komponenten für Navigation, Kommunikation und Schiffssicherheit bis hin zu innovativen Werkstoffen, Antriebslösungen sowie technischen Ausrüstungen für den modernen Schiffbau.

Italien behauptet Spitzenposition im europäischen Schiffbau

Der maritime Sektor Italiens verzeichnet seit 2014 ein kontinuierliches Wachstum und blieb auch trotz Pandemie stabil. Der Gesamtumsatz von 2,48 Milliarden Euro im Jahr 2014 stieg auf rund 8,6 Milliarden Euro im Jahr 2025. Der größte Teil des Gesamtumsatzes stammt aus der italienischen Inlandsproduktion, rund 78 Prozent der Produktion sind für den Export bestimmt (2025).

Mit mehr als 1,13 Millionen Beschäftigten zählt der maritime Sektor zu den bedeutenden Industriezweigen Italiens. Allein die Schiffbau- und Navalmechatronikbranche beschäftigt rund 180.000 Menschen und wird von einer Vielzahl kleiner und mittelständischer Unternehmen geprägt.

Italien ist der umsatzstärkste Werftstandort Europas

Mit einem Nettoumsatz von 13,6 Milliarden Euro haben die italienischen Werften im Jahr 2024 erneut den höchsten Branchenumsatz in Europa erwirtschaftet. Damit lag Italien laut Eurostat unter allen EU-Mitgliedstaaten weiterhin an erster Stelle vor Frankreich mit 11,6 Milliarden Euro. Auch bei der Arbeitsproduktivität zählt die italienische Schiffbauindustrie zu den leistungsstärksten in Europa: Der Nettoumsatz je Beschäftigtem lag 2024 weiterhin über dem deutschen Niveau.

Wachsende Bedeutung nachhaltiger Lösungen

Nicht zuletzt wegen strengerer EU-Auflagen steht bei den Firmen das Thema „Green Transition“ im Fokus. Mit dem Programm Transizione 5.0 unterstützt die italienische Regierung gezielt italienische Produzenten bei Energieeffizienz und Digitalisierung. Gleichzeitig fördert die EU mit dem Programm Hy2Tech die Entwicklung von nachhaltigen Wasserstoff- und Brennstoffzellenantrieben und Hybridtechnologien. Dieser Trend zu einer emissionsärmeren Schifffahrt geht auch einher mit dem Ziel der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO), im internationalen Seeverkehr bis etwa 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. Einige der auf dem Gemeinschaftsstand vertretenen Unternehmen entwickeln genau für diese Transformation Lösungen.

Gemeinschaftsstand der Italian Trade Agency auf der SMM 2026

Messe Hamburg, B3.OG (Stand 302 und weitere)

ÜBER DIE ITALIAN TRADE AGENCY

Die Italian Trade Agency ITA hat als staatliche Agentur für Außenhandel die Aufgabe, die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen Italiens weltweit zu fördern und die italienischen Hersteller bei der internationalen Vermarktung von Produkten „made in Italy“ zu unterstützen. Sie fördert die Attraktivität und die wirtschaftliche Reputation Italiens und seiner Unternehmen. www.ice.it

DIE AUSSTELLER AUF DEM GEMEINSCHAFTSSTAND DER ITALIAN TRADE AGENCY (in alphabetischer Reihenfolge)

– ALFA WATER S.R.L., www.alfawater.it
– A.T.P. – SOCIETA‘ PER AZIONI O A.T.P. – S.P.A., www.atpgroup.it
– A.W.S. CORPORATION S.R.L., www.awscorp.it
– BI.MAR. S.R.L., www.bimaritalia.com
– BRANDONI S.P.A., www.brandonivalves.com
– CABOL FLUID ENGINEERING S.R.L., www.cabol.eu
– CEL COMPONENTS S.R.L., www.celcomponents.com/home
– COELMO S.P.A., www.coelmo.it
– DAVI – PROMAU S.R.L., www.davi.com
– F.D.U.E.G. S.R.L., www.fdueg.com
– GAMMA DIESEL DI DELBARBA FRANCO S.R.L., www.gammadiesel.it
– GIAMPI S.R.L., www.giampi.com
– GICOM S.R.L., www.gicomsrl.com
– INTERSEALS S.R.L., www.interseals.it
– MASE GENERATORS S.P.A., www.masegenerators.com
– PALAZZOLI S.P.A., www.palazzoli.com
– PMP DI OLGIATI GIUSEPPE, www.pmpitalia.it
– SAIM S.P.A., www.saim-group.com
– SANITRADE S.R.L., www.sanitrade.it
– SCHIAVETTI ENZO S.R.L., www.schiavettienzo.com
– SELMAR TECHNOLOGIES S.R.L., www.selmar.it
– TEMPORITI S.R.L., www.temporiti.it

Weitere Informationen zu den beteiligten Firmen gibt es hier. (https://www.ice.it/en/sites/default/files/inline-files/2026-08-25_ita-smm-broschure_210x210_rz_online.pdf)

HINTERGRUND – ZAHLEN UND FAKTEN

Zeitraum: Gesamtjahr 2025 und Trends Januar bis April 2026

Quellen: DESTATIS (Statistisches Bundesamt), ISTAT (italienisches Statistikamt), Confindustria Nautica (italienischer Branchenverband)

Deutschland bleibt Italiens wichtigster Handelspartner in Europa.

Deutsche und italienische Unternehmen arbeiten entlang der gesamten maritimen Wertschöpfungskette eng zusammen. Während italienische Werften weltweit Maßstäbe im Luxus- und Superyachtsegment setzen, agiert die deutsche Wirtschaft einerseits als anspruchsvoller Abnehmer und andererseits als Hauptlieferant für Antriebstechnik, Klima- und Heizungssysteme, Stahlkomponenten und Innenausbau sowie Großküchentechnik bis hin zu Steuerungs- und Sicherheitselektronik.

Laut ISTAT entfielen rund 12 Prozent des gesamten italienischen Außenhandels auf die Bundesrepublik. Damit hielt Deutschland auch im Jahr 2025 seine Stellung als Italiens wichtigster Handelspartner in Europa.

Hohe Wertschöpfung trotz Marktkonsolidierung

Für den Schiff- und Bootsbausektor zeigen die amtlichen Daten folgende Entwicklungen: Nach dem historischen Allzeithoch der Vorjahre (ca. 8,60 Milliarden Euro reiner Werftumsatz) konsolidierte sich die italienische Nautikindustrie im Jahr 2025 auf hohem Niveau und steuerte rund 13 Milliarden Euro an gesamter branchenbezogener Wertschöpfung bei.

Die Exportquote der italienischen Werften liegt bei rund 90 Prozent.

Mit einer Exportquote von nahezu 90 Prozent unterstreichen die italienischen Werften ihre hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die reinen Schiffbau-Exporte beliefen sich auf über 4 Milliarden Euro, wobei sich Deutschland mit Frankreich und Spanien erneut als einer der drei wichtigsten Abnehmerstaaten in der EU erwies.

Vorläufige Außenhandelsdaten von ISTAT für den Zeitraum Januar bis April 2026 zeigen eine leichte Abschwächung der nominalen Exporte in die EU-Zone (ca. minus 2,2 Prozent im Vorjahresvergleich im Februar/März), was auf eine allgemeine Konsumzurückhaltung in Europa zurückzuführen ist. Demgegenüber meldete DESTATIS für den Monat April 2026 einen mengenmäßigen Anstieg der deutschen Gesamtexporte um 4,8 Prozent (plus 3,7 Prozent nominal) gegenüber dem Vorjahresmonat, was auf eine beginnende Stabilisierung der Lieferketten hindeutet.

Freizeitbootsbau: Italien ist Weltmarktführer bei Superyachten

Der globale Markt für den Freizeitbootsbau erreichte 2025 ein Gesamtvolumen von 33,3 Milliarden Euro. Innerhalb dieses Marktes zeigt sich eine deutliche Zweiteilung, die sich in den ersten Monaten des Jahres 2026 weiter verfestigt hat:

Im Segment der Superyachten (> 24 Meter) behauptet Italien per Frühjahr 2026 eine absolute Vormachtstellung und stellt 52 Prozent des weltweiten Auftragsbuches (Global Order Book). Das Luxussegment verzeichnete auch Anfang 2026 ein stabiles Wachstum.

Anders präsentiert sich das Segment der Klein- und Mittelboote (< 10 Meter). Dieses leidet seit Ende 2025 unter einem sinkenden Konsumentenvertrauen in Europa. Die Händlerbestände, auch in Deutschland, waren im Zeitraum Januar bis April 2026 hoch, was immer noch zu einer temporären Produktionsberuhigung führt.

Deutsche Hightech-Exporte (Schiffsmotoren, Navigationssysteme von DESTATIS-erfassten Betrieben) liefen dank der vollen Auftragsbücher bei den italienischen Superyacht-Werften im ersten Quartal 2026 aber stabil weiter.

Auch generiert der italienische Binnenmarkt durch eine geschätzte Bestandsflotte von über 485.000 Booten (wovon der Großteil unter 10 Meter groß und damit nicht registrierungspflichtig ist) einen kontinuierlichen After-Sales- und Refit-Bedarf. Deutsche Komponentenhersteller partizipieren stark an diesem Wartungsmarkt.

Kommerzieller Seeverkehr und Hafenlogistik

Amtliche DESTATIS-Meldungen zeigen, dass das reine Außenhandelsvolumen (Menge in Tonnen) über das gesamte Jahr 2025 und das Frühjahr 2026 zwar leicht anstieg, aber inflations- und krisenbedingt noch unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 lag. Die nominalen/monetären Werte liegen jedoch deutlich darüber.

Die beiden norddeutschen Seehäfen Hamburg und Bremen meldeten im ersten Quartal 2026 stabile intermodale Verknüpfungen mit den italienischen Hubs Triest und Genua, um den Gütertransport von und nach Süddeutschland, Österreich sowie den Ländern Mittel- und Osteuropas abzuwickeln.

Die ausgewerteten Daten zeigen, dass die maritime Achse Deutschland-Italien trotz geopolitischer Spannungen Resilienz bewahrt. Während der Massenmarkt für kleinere Sportboote eine zyklische Korrektur durchläuft, sorgt das italienische Superyacht-Segment für kontinuierliche Importe deutscher Technologie.

Zentren der italienischen Schifffahrtsindustrie

Ligurien und Toskana (Nordwestküste)

– Genua
– La Spezia und die Golfregion
– Livorno
– Viareggio

Adria-Region (Nord- und Ostküste)

– Venedig
– Triest und die Region Friaul
– Ravenna bis Ancona

Süditalien

– Großraum Neapel
– Sizilien

ÜBER DIE SMM

Die SMM (Shipbuilding, Machinery & Maritime Technology) gilt als eine der weltweit größten Fachmessen für die maritime Wirtschaft. Über 2.200 Aussteller aus rund 60 Ländern präsentieren Produkte, Technologien und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Schiffbaus. Die Schwerpunktthemen der SMM 2026 sind die Energiewende in der Schifffahrt, die digitale Transformation der maritimen Branche sowie ganzheitlich nachhaltige Technologien und Maßnahmen zur Erreichung internationaler Klimaziele.

Pressekontakt:
ITA – Italienische Agentur für Außenhandel –
Büro für Handelsförderung der italienischen Botschaft
Schlüterstraße 39, 10629 Berlin,
Telefon: +49 30 884403-00, E-Mail: [email protected]/oder
amagi Public Relations GmbH
Reuchlinstraße 10, 10553 Berlin,
Telefon: +49 30 32 30 48-78, E-Mail: [email protected]
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Quelle: ots

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